jump to navigation

(M)eine AM6154 – Röhrenendstufe 2. Oktober 2010

Posted by tomzurk in Allgemein.
trackback

Meinem Vater, einem jahrzehntelangen Sammler aller Arten von Elektronik, verdanke ich eine amerikanische Röhrenendstufe.

 

Röhrenendstufe AM-6154 mit einer Amperex-393. Eine robuste Endstufe, Zustand völlig unklar, mehrere Jahrzehnte auf Halde gestanden. Ein willkommener Grund für mich, mich mit (Sende-)Röhrentechnik auseinanderzusetzen.

 

Die AM-6154 ist für Flugfunk-Zwecke (50 Watt AM Dauerstrich) und somit sehr solide gebaut, beinahe unverwüstlich. Glücklich, ein so robustes Teil überlassen zu bekommen, suche ich im Internet und per email-Umfragen Unterlagen, und dabei kommt einiges an Umbauanleitungen (für Amateurfunkzwecke) zusammen.

Die Röhre, eine Amperex-393 „kann“ 350 Watt, manch einer kitzelt 550 Watt in SSB heraus – und ich habe eine Amateurfunklizenz für 200 Watt. Also brauche ich vorerst einmal gar keine Modifikationen. Aber … das Ding ist geschätzte 30 Jahre auf Halde gestanden. Ich stosse im Internet auf Unterlagen und Tips, wie man Röhrengeräte bzw. Senderöhren nach so langer Stehzeit korrekt „in Betrieb nimmt“. Kurz gefasst: Seeeehr lange einmal nur Heizen, keine Anodenspannung anlegen. Die Endstufe höre ich in der Nacht bis ins Schlafzimmer, der Radial-Lüfter macht einen ordentlichen Krach. Aber gut Ding braucht eben Weile.

Nach einem Tag und einer Nacht: Anodenspannung ein. Nichts passiert. Dann, ein „Kracher“. Starker elektrische Geruch, leichte Panik, Verlustängste (bezogen auf die schöne/teure Endstufe). Alles abschalten. Durchatmen.

Die Fehlersuche ergibt: Die 3 Zener-Dioden zu je 120Volt für die Schirmgitterspannung verhalten sich wie glatte Kurzschlussbügel. Habe 2 starke/baugleiche Zenerdioden zu 180Volt im Fundus, sind schnell getauscht. Danach nächster Anlauf. Wieder lange Vorheizen, Anodenspannung ein: Die Endstufe läuft.

Nach einiger Zeit: Elektrischer Geruch, ein Knall, also wieder ein Überschlag. Alles aus, Untersuchung. Im Anodenraum, beinahe uneinsehbar in einem Winkel, hat sich auf einer Teflon-Isolation das Schmierfett vom Doppel-Spindeltrieb des Topfkreises angesammelt, es ist bereits verkohlt. Vielleicht war das der Grund für den Überschlag? Ich weiß es nicht.  Zerlegen der Anodenkammer, „abdremeln“ aller Verunreinigungen, Zusammenbau. Ob die seitlich aufgestellte Langzeit-Lagerung dazu geführt hat, dass das Schmierfett sich im Laufe der Jahre/Jahrzehnte in die Anodenkammer bewegt hat? Oder ein Servcietechniker hat es irgendwann, vor langer Zeit einmal gut gemeint, und die Spindeln „satt“ eingefettet?  Wie auch immer. Die Endstufe läuft jetzt stabil. Keine Spannungsschwankungen, keine Stromschwankungen.

 

Der Bereich, in dem die Überschläge erfolgten, ist gut zu erkennen. Das Schmierfett ist schon weitestgehend entfernt.

Etwas HF an den Eingang, eine Kunstlast am Ausgang: Die Endstufe ist beim Abstimmen völlig instabil.

 

Die Endstufe lässt sich abstimmen, aber die Endstufe ist instabil, alle Zeiger gehen spazieren.

 

Die Untersuchung zeigt: Im Gitter-Raum der Röhre stossen die beweglichen Platten des Input-Drehkos (ebenfalls Teil eines Resonators) an der Gegenplatte an. Meine Lösung: Ein Stück sehr dünnes, unbeschichtetes Epoxy-Platinenmaterial wird passgenau zugeschnitten, und kommt als Abstandshalter (ohne Beeinträchtigung des Luftstromes) in den Gitterraum, zwischen die beiden Platten.

 

Der Einkoppel-Drehkondensator, die dünne Expoxy-Platte, der Eingangs-Resonator im Gitterraum der Röhre. Das Epoxy-Material ist bewusst etws vorgespannt eingesetzt, und der Luftstrom wird nicht behindert.

Danach: Seidenweiches Abstimmen des Eingangs, 2 Watt AM-Signal am Input bringen stabile 50W AM-Signal am Ausgang, die Anzeigen am eingebauten Instrument sind ok.

 

Eingangsleistung auf 2m um die 2 Watt

 

 

Stabiles Ausgangssignal

 

 

50 Watt AM, die Endstufe funktioniert einmal. Die Aperex -Röhre macht bis zu 350 Watt. Saubere 200 Watt  für WSJT sollten mit einem weiteren Umbau solide erreichbar sein.

 

Die Unterlagensammlung inklusive Umbau-Anleitungen umfasst inzwischen weit über 100MB. War recht mühsam, die relevanten Infos (Manual, Schaltungen, Umbau-Anleitungem, Datenblätter, etc)  zusammenzusammeln, stelle die Unterlagen gerne zur Verfügung. Im Moment möchte ich meine Zeit nicht mit dem Hochladen der Files verbringen …

Das Enstufenthema ist vorerst einmal erledigt. Weiter geht es mit dem Sequencer, der Verkabelung zur Outdoor-Box, und ersten Geh-Versuchen mit dem Senden aus WSJT.

Werbeanzeigen

Kommentare»

No comments yet — be the first.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: