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Verzweiflung. Frust. Nix geht. 23. Dezember 2010

Posted by tomzurk in Allgemein.
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Seit einiger Zeit plagt mich ein Problem: Ich höre nichts. Ich bekomme keine „JT65B-Decodes“. Irgendetwas passt nicht. Mein Umfeld leidet bereits etwas unter meiner resultierend schlechten Laune.

Was ist los?

Ich verdächtige alle Komponenten meines Systems: Transceiver schwerhörig, Vorverstärker taub? Die 2m-Baken S55ZRS auf 144.486 und HG1BVA auf 144.460 kommen mit S9+ bei mir an.

Die Antennen?Die habe ich unversiegelt im Freien gelassen, ob da das Problem liegt?

Das Funkwetter (vor allem die Faraday-Drehung)?

Die Bedienung meiner Geräte, die Einstellungen an der WSJT-Software? Ich habe keine Ahnung, warum ich einfach kein JT65B-Signal auf meinen Wasserfall bekomme, geschweige denn ins Decode-Fenster. Abend für Abend, spät in der Nacht, sobald der Mond von meiner Terassen-Antenne aus sichtbar wird: LiveCQ144 anschauen, auf die stärkeren Signale abstimmen – und NICHTS.

Da hilft nur eines: Grundlegende Versuche.

Der Vorverstärker zeigt mit dem miniVNA gemessen saubere 19dB Verstärkung im 2m-Band. Ob der Arbeitspunkt für Kleinst-Signale ggf. nicht ganz passt? Müsste man weiter untersuchen.

Die Antennen: Messwerte bzgl. VSWR sind unverändert gegenüber der Installation. Eine neue (wasserdichte) Anpassleitung habe ich zwar eingesetzt, diese liefert ein etwas schlechteres VSWR, aber scheint auch nicht die Erklärung für mein Problem zu sein.

Die Bedienung von WSJT: Ich schaue auf den vertikalen Wasserfall mit Speed=5, ich sehe außer Birdies rein gar keine JT65-Signale. Doch, gelegentlich kommt ein starkes Signal für einige Sekunden aus dem Nichts heraus – also ganz im Eck ist die Anlage nicht.

Ob die Koax-Relais in der Outdoor-Unit eine Macke haben? Messungen zeigen: Alles ok.

Inzwischen haben sich ja einige Erkenntnisse angesammelt.

WSJT … der langsame Wasserfall (Speed = 3) zeigt besser an, ob ein JT65-Signal im 2-Minutentakt („first“ oder „second“) daherkommt.

Nach der Verwendung von FLDIGI ist ein Rechner-Reboot erforderlich, weil sonst gelegentlich die Sound-Einstellungen komplett daneben sind. Hatte davon gelesen, dass DigiMode-Programme die Einstellungen des Ausio-Systems temporär verdrehen. Mit HRD v5 (Digital master 780) hatte ich das problem noch nie.

Die ALC am IC-746pro funktioniert sehr gut, die Balkenanzeige gibt den „gesunden“ (verzerrungsfreien) Bereich sehr gut wieder. Ich habe die Pegeleinstellung im microHAM USB-III (Router) und am manuellen auf 3/4 des ALC-Balkens eingestellt.

Der Vorverstärker im IC-746pro erhöht den Rauschpegel um rund 10dB. Passt irgendwie auch. Das Nutz-Signal wird dabei nicht viel besser, aber auch nicht viel schlechter.

Der Monitor im Shack für die Ausrichtungskamera am Antennenträger verursacht einiges an Störungen (zusätzliche Birdies) auf 2m.

Leises Mithören am Transceiver macht Sinn: Gelegentlich sind starke JT65B-Stationen kurz hörbar.

Für elegante ScreenShots macht es Sinn, HRD mit der Transceiversteuerung ebenfalls zu starten, damit wird die Frequenz am PC-Schirm  angezeigt.

Wenn ein Schenkel der eigenen Kurzwellen-Inverted-V genau in Schussrichtung der 2m-Antenne liegt, hört man nichts (vom Mond).

Nass-Schnee-Lawinen vom Dach sind eine Bedrohung für 2m-Antennen auf der Terasse.

Wenn die Antenne unter 10-15 Grad Elevationswinkel zeigt, so steigt der Störpegel (Noise) aus dem Siedlungsbereich im Receiver gewaltig an. Das relativiert bei mir den Ground-Effekt (zusätzlicher Gewinn bei flachen Elevationswinkeln) scheinbar deutlich.

Zu machen Zeiten ist das Spektrum derartig voll mit rythmischen und unrythmischen Störungen und Knacksern, dass Abschalten (und eine Funkzeitschrift lesen) die bessere/nerverschonendere Zeitnutzung bringt.

Tendenziell sind bei mir die unteren EME-Frequenzen (< 144.120) stärker verrauscht/gestört als die höheren.

Aber ein Problem bleibt im Raum stehen: Kaum bis gar keine Decodes in den letzten Wochen.

Mehr vom Selben bringt nichts. Ich brauche einen anderen Ansatz.

Vor kurzem hat mir OE6LCF angeboten, ich könnte mir bei ihm sein inzwischen angesammeltes EME-Equipment ausborgen. Das ist es: Systemkomponenten ersetzen.

Ich baue meine beiden LogPeriodics ab, baue die ausgeborgte 2m 10-Ele MASPRO X-Yagi mit 4,5m Länge zusammen, hier die „Bauanleitung“:

Das MASPRO X-Yagi-Pärchen für den Satelliten Up/Downlink

Den ausgeborgten Mastverstärker verwende ich gleich dazu, damit sollten sich einige Erkenntnisse gewinnen lassen.

MASPRO 10-Element X-Yagi am Antennenträger

Aber auch mit dieser Konfiguration ist einfach nichts zu hören. Keine JT65-Linien im Wasserfall, keine Decodes. Nichts ausser Störungen, Rauschen, Birdies.

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