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USA und Russland via EME: 2 Big Guns 22. März 2011

Posted by tomzurk in Allgemein.
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Ich bekomme die EME-Betriebstechnik endlich immer besser in den Griff. Das Erkennen und dekodieren von Aussendungen im WSJT-Wasserfall und das Umschalten auf Senden/Antworten innerhalb der kurzen Zeitspanne nach Ende der Aussendung (47. bis 59. Sekunde), die Bedienung des EME-Chats … mit anderen Worten: Es bginnt mir endlich etwas leichter von der Hand zu gehen. Hier zusammengefasst wieder ein paar nennenswerte Erkenntnisse.

Zeiten hoher Aktivität vs. Mond-Bedingungen

Ich habe inzwischen den Eindruck, dass die laut Moongraph guten Bedingungen gar nicht immer so gut sind. Die Pegel schwanken immer stark, der Faraday-Effekt dürfte das bestimmende Element sein. Aber das Aktivitätsniveau im 2m-Band ist zu diesen Zeiten jedenfalls extrem hoch.

Mondgrafiken (Ausdrucke aus MoonSked) – zeigen einerseits Zeiten brauchbarer Bedingungen an, vor allem aber:  Zeiten höchster Aktivität. Die Liste aktiver Stationen in http://www.livecq144.com ist dann so lang, dass sie gar nicht mehr auf den  Bildschirm passt. Auf diese Weise kann ich, wenn ich mich ins Shack setze, innerhalb akzeptabler Zeit mehrere  Stationen sauber mitlesen.

 

Brauchbarer Empfang, aber wenig Strahlungsleistung

Meine Empfangsleistung ist inzwischen soweit ok, meine Sendeleistung bzw. EIRP ist aber eher sehr mager, und so empfange ich (inklusive DeepSearch, Sync auf -2) viele Mittelklasse-Stationen gut lesbar. Aber diese hören mich nicht (wenn ich keinen Sked über den EME-Chat mache). Ohne DeepSearch werde ich nicht gut gelesen. Liegt aber auf der Hand: Rund 400Watt im Shack und 1,3-1,4 dB Dämpfung auf der Sendeleitung zu den Antennen, dort habe ich rund 300 Watt zur Verfügung, macht mit 2x 12,3 dBd rund 13-15kW EIRP. Kann man schnell errechnen mit dem EIRP-Rechner auf http://www.dc4fs.de/eirp.htm)

 

Mehr Ruhe im Shack: Die Vertreibung von Birdies und Noise

Ein paar Ideen zur Beruhigung bzw. Minimierung von Empfangsstörungen habe ich inwischen erfolgreich umgesetzt. Der SDR mit Wasserfall und Spektrum-Anzeige erleichtert die Suche nach Störquellen ganz enorm.

Mit einem NF-Kabel (gutes, geschirmtes Klinke-Chinch-Kabel) an der REC OUT – Buchse meines DownConverters (ICOM IC-R8500) vor dem PERSEUS-SDR hatte ich mir jede Menge zusätzliches Rauschen in den RX-Pfad geholt. Im Bild ist am Wasserfall gut zu sehen, was passiert, wenn das Kabel angesteckt wird, jetzt bleibt es jedenfalls abgesteckt.

 

In der ARRL-Zeitschrift QST gelesen: Man solle ungeschirmte LAN-Patchkabel gegen Geschirmte austauschen. In mein Haus habe ich vor vielen Jahren eine geschirmte strukturierte Verkabelung eingebaut. Aber – mir dämmerte: Bei den Patchkabeln hatte ich damals vor allem auf Sonderangebote geachtet, zu dem Zeitpunkt hatte mich das Funkvirus (noch) nicht ergriffen. Der Austausch von insgesamt 8 ungeschirmten Patchkabeln im Haus brachte mir rund 1 dB weniger Rauschen, und einzelne Birdies im EME-Bereich haben das Haus sogar ganz verlassen.

Mit einem Funkpeilrahmen an einem kleinen Empfänger (ICOM IC-R20) und Einstellung AM auf 144,1 MHz waren weitere Störer schnell gefunden: Der Harddiskrecorder im Wohnzimmer, der PC meines Sohnes, das Stationsnotebook, der Billigdorfer-mini-Switch neben dem Drucker. Im Laufe der Zeit verbrauche ich erhebliche Mengen an Ferrit zum Verdrosseln von Leitungen. Aber es wirkt.

Übrigens: Die (in der Menge eher teuren) Ferrit-Ringe, Hülsen und Klappferrite gewinne ich aus defekten/ausrangierten elektronischen Geräten. (FAXe, Drucker, etc). Mit 10 Windungen Kupferdraht, einem LCR-Meter und dem miniVNA ist das Material und die Kennlinie (VHF-Tauglichkeit) schnell bestimmt. Mit dem miniRingkernrechner (siehe http://www.dl5swb.de/html/mini_ringkern-rechner.htm) gewinnt man rasch den Durchblick bei Permeabilität und Co.

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KB8RQ, Gary – eine BigGun

Was mit BigGuns funktioniert: Diese rufen lange Zeit CQ, man kann sein Empfangssystem in aller Ruhe bei sinnvollen Pegeln  justieren, die verschiedenen Effekte studieren. Und bei der ersten eigenen Aussendung bekommt man bereits eine Antwort, auch ohne Sked.

KB8RQ am 17.3.2011, hier zu sehen im .WAV-Replay von WSJT

Garys Bestätigung im Chat nach diesem QSO ohne Sked

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Logbook, eQSL und Papier-QSL

Nachdem scheinbar doch viele EME-Freunde eQSL (noch?) nicht verwenden, nehme ich das zum Anlass, meine eigene eQSL zu überarbeiten. Neues Foto, Aktualisierung der Beschriftung. Als Log-Programm verwende ich unverändert das HamRadioDeluxe-Logbook (v5). Gemäß der hervorragenden Anleitung unter http://www.vhfdx.info/emereport.html erstelle ich in HRD einen LogBuch-Eintrag, mache einen eQSL-Upload (ein rechter Mausklick), prüfe im Webbrowser die eQSL in der OutBox des eQSL-Systems, und drucke die Karte auf Fotopapier aus. Und diese Karte bekommt dann unser QSL-Manager im ADL601 beim nächsten Clubabend zur Weiterleitung.

Ausdruck der eQSL auf Fotopapier für den Versand via „Bureau“, hier natürlich ohne Unterschrift. Auf der Vorderseite unterschreibe ich, auf der Rückseite schreibe ich mit einem wasserfesten Fineliner noch TO RADIO: KB8RQ, damit nichts verkehrt geht.

Das Übergeben der EME QSL-Karten an den QSL-Manager bietet beim Clubabend für die Umstehenden OMs sogleich den Einstieg in das Thema EME. Das Ersuchen, darüber einen Vortrag bei einem Club-Abend oder beim nächsten Field-Day zu halten lasse ich mir noch  durch den Kopf gehen.  Ob sich dadurch der eine oder andere zu einem EME-Versuch motivieren lässt? Denke, das werde ich ausprobieren. Erste EME-Versuche funktionieren ja erwiesenermaßen mit einer einzelen Kreuzyagi oder einer Eigenbau-DuoLPDA …

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UA3PWT, Dmitrij – wieder eine BigGun: Antwort nach dem 1. Anruf, ohne Sked.

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Ein ScreenShot des kompletten EME-QSOs mit UA3PTW. Das QSO war nach 8 Minuten „im Kasten“, ohne Sked. Einmal war ich zu langsam beim Umschalten/Schreiben, ich wollte den Report „BEST-22 73“ in die Message 5 schreiben. Das ist sich in den 12 Sekunden nicht ganz  ausgegangen, deshalb habe ich die RO (msg3) nochmals gesendet. Und daher auch nochmals das RRR zurückbekommen. Danach war meine msg5 unterwegs, und Dmitrij hat mir mit 73 und einem Eintrag im EME-Chat geantwortet.
QSO ohne Sked, zum Schluss noch ein Eintrag in den NØUK-Chat: Ich hatte Dmitrij ein „BEST-22 73“ via JT65B über den Mond gesendet, er antwortet mir im EME-Chat mit „also -22“. Ist schon ein ganz eigenes Erlebnis, diese Variante asymmetrischer Kommunikation. Ich freue mich sehr über dieses QSO.

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Crash-Kurs JT65B-EME für Chris, OE6LCF

Nachdem der EME-Virus um sich greift, und Chris ebenfalls erwischt hat, habe ich am 2.3. versucht, meine Anfänger-Erfahrungen in einer gebündelten Form weiterzugeben. Aus der angekündigten halben Stunde wurden dann fast drei Stunden, welche wir gemeinsam an der Clubstation OE6XUG an der TU-Graz verbracht haben. Gemeinsame Zielrichtung: EME auf 70cm und höher.

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Guter Rat von DM1CG, Carsten

Ich habe von Carsten einen Kommentar zu meinem Antennenvergleich KreuzYagi vs. DuoLPDA bekommen, und zusätzlich noch eine sehr nette eMail. Als Anfänger bin ich froh, wenn EME-Profis mir mit Rat und Tat zur Seite stehen. Werde der Anregung von Carsten folgen, und als nächstes meine Antennenpolarisation schaltbar machen. Den fehlenden 2. Anpasstopf habe ich bereits bestellt. Wird noch ein bissl dauern, denn ein weiteres Projekt läuft bereits. Aber die Ratschläge betreffend Polarisationsumschaltung sind auch dort wichtig.

Was mir viele erfahrende Amateurfunker bestätigen: Auf den Kurzwellenbändern und auch auf den UKW-Relais kommt es oft vor, dass man sehr lange CQ rufen muß, bis jemand reagiert.

In der EME-Community herrscht ein ganz eigener Geist: Eine weltweit relativ kleine, sehr technik-lastige Gemeinschaft. Und über die wunderbar freundliche und hilfsbereite Stimmung in dieser Gemeinschaft habe ich schon mehrfach berichtet.

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Beschlossen: 70cm-EME-Anlage

OE6LCF, Chris und ich bauen gemeinsam an der TU-Graz, am IKS, wo die Clubfunkstelle OE6XUG des ÖVSV ADL601 derzeit beheimatet ist, die nächste EME-Station auf. Bei mir zuhause ist kein Platz (meine allerbeste aller Ehefrauen sieht das jedenfalls so) für ein weiteres Antennen-Array. Daher, und ganz vernünftig: Aufbau im Bereich der Clubfunkstelle.

Das Antennen-Material (4er-Array) beschaffen und finanzieren wir gemeinsam:

  • 4 x  WIMO 7036 Kreuzyagi mit 2x 18 Elementen
  • Anpasstöpfe, Zirkulationsleitungen, GFK-Rohre, Halbschalen, Schellen

Transceiver, ggf. SDR, 70cm-Vorverstärker, Sequenzer, PA stellt Chris zur Verfügung.

Teile des Materials wurden bereits geliefert, die GFK-Rohre sind noch ausständig, diese sollten in den nächsten Tagen bei Fa. Funkelektronik  – unserem bevorzugten Amateurfunkhändler OE6HOF, Franz – ankommen. Für Donnerstag vormittag (24.3.) ist ein Arbeitseinsatz zum Aufbau der 70cm-Antennenanlage geplant.

Ich fürchet, eine Arecibo-Aktivierung (KP4AO) auf 70cm findet dieses Jahr nicht statt. Im Zuge des DUBUS-EME-Contests im April (siehe http://www.marsport.org.uk/dubus/eme.htm) sollten wir auf 70cm aber ausreichend Aktivitäten vorfinden, um unsere Anlage testen zu können.

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