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Neuer Mast und Polarisations-Umschaltung 1. August 2011

Posted by tomzurk in Allgemein.
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Ich hatte ja die Hoffnung, vor dem DUBUS-Contest am 30./31.7. mit dem Neu-Aufbau meiner 2m-EME-Antennenanlage fertig zu sein, aber die üblichen „Hindernisse“ Beruf, Wetter, familiäre Verpflichtungen, Erholungsbedarf, etc. pp. lagen zwischen mir und dem DUBUS-Termin. Und so kam es, dass ich in den letzten Tagen zwar fleissig an meiner Anlage arbeitete, aber dennoch mit der Arbeit nur knapp fertig wurde.

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Die umgebaute Antennenanlage am neuen Alu-Kippmasten, im Garten aufgebockt

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Umschaltbare Polarisation

Beim letzten Aufbau verwendete ich originale WIMO-Phasenleitungen, um eine zirkulare Polarisation zu erreichen. Das bringt einerseits eine bessere Toleranz gegenüber der ständigen Faraday-Rotation, kostet aber andererseits die bekannten 3dB. Einer Empfehlung von Carsten, DM1CG und eigenen Überlegungen folgend will ich jetzt die Kreuzyagi-Polarisationsebenen umschaltbar machen. Unterstützt werde ich dabei durch den von OE6LCF ausgeborgten Antennenverstärker mit zwei Eingängen. Und so drehe ich die vormals in X-Ausrichtung stehenden Antennen um 45 Grad weiter, verkable die Antennenebenen zu zwei getrennten WIMO-Anpasstöpfen für die horizontale/vertikale Dipolebene. Die Sende-Empfangs-Koaxumschaltung in der OutDoor-Box lasse ich vorerst einmal beiseite. Zwei starke WISI-Koaxrelais im Shack schalten mir den Sende- oder Empfangszweig zu den Antennen durch. Mit einer kleinen Schaltbox im Shack kann ich zur Polarisationsauswahl das Koaxrelais im Mast-Vorverstärker bedienen.

Die Verkabelung der horizontalen und vertikalen Dipolebenen zu den beiden Anpasstöpfen und zum Verstärker

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Alu-Antennenmast aus dickwandigem Rohr

Nachdem der ausgeborgte GEROH-Kurbelmast im Grunde mit dem Rotor und den beiden Antennen überlastet ist, baue ich die Antenne auf einem ausrangierten Profi-Aluschiebemast auf. Die Rohre haben 4 bis 5 mm Wandstärke. Die neue Höhe wird 6 Meter, damit ich neben der Kinderschaukel „full tilt“, also 90 Grad Elevation ohne Hängenbleiben realisieren kann. Zum Aufstellen des Kippmasts mit den montierten Antennen verwende ich einen Flaschenzug. Als größten Vorteil sehe ich, dass der Alu-Mast sich nicht in sich selbst verdrehen kann wie der Geroh-Kurbelmast, das erlaubt jetzt ein präziseres Ausrichten der Antennen. Der Preis ist die schwere Arbeit, welche das Aufstellen und Umlegen des Antennenmasts jetzt erfordert. Alleine geht´s jetzt nicht mehr. Vorne und hinten sind die beiden Antennenbooms mit einem sehr dünnen Kevlar-Seil untereinander verbunden, um etwas zusätzliche Stabilität zu erreichen.

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Rotorsteuerung durch WSJT mit PSTRotator

Der Mond- und Sonnenbahnberechung in WSJT traue ich von allen Tracking-Programmen am ehesten. Nach langer Suche habe ich das Programm PST-Rotator gefunden: Mit den in WSJT berechneten Azimuth- und Elevatiomnsdaten kann direkt der AlfaSpid RAS Antennenrotor angesteuert werden, somit ist kein eigener Tracker (bspw. HamRadioDeluxe) mehr nötig. Das Programm funktioniert zusammen mit dem AlfaSpid-Rotor sehr(!) zuverlässig. Eine echte Empfehlung.

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Das Programm PSTRotator kostet (via PayPal) zwar ein paar Euro, ist aber ein außerordentlich starkes Programm mit Software-Schnittstellen zu vielen Trackern einerseits und zu vielen Rotoren anderrseits. Stabile Funktion, besser als viele andere Rotor-Steuerrprogramme

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Die Ausrichtungskamera ist doch nicht wasserdicht

Man stolpert von einem Problem zum nächsten: Beim neu-Justieren der Kamera am Antennenträger sehe ich hinter der Glasscheibe des Kameragehäuses Wassertröpchen. Öffnen des Gehäuses, Trockenlegen des Innenlebens, neu zusammenbauen. Hoffentlich kommt da kein größerer Oxydationsschaden auf mich zu.

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Sonntag mittag: Die Antenne steht, und ein Störnebel deckt alles zu

Endlich stehen die Antennen, und die ersten Empfangsversuche sind eine einzige Katastrophe. Das ganze EME-Spektrum ist (gut sichtbar am Perseus-SDR) zugemüllt mit allen Arten von Störungen. Zwischen horizontaler und vertikaler Polarisation ist zwar ein riesiger Unterschied erkennbar, aber in keiner Ebene bekomme ich Mondsignale herein. Ich tippe auf eine Kombination aus sehr geringem Abstand Mond-Sonne, in Kombination mit einigen starken Störungsquellen in der Nachbarschaft. Meine Antennen stehen heute im Elektrosmog …

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Umfassender Umbau der Antennenanlage, und kein brauchbarer Empfang: EME ist was für gute Nerven.
Nichts als Störungen, auf beiden Polarisationsebenen – unten im Wasserfall vertikale Polarisation, oben horizontale Polarisation.

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VHF-Bake S55ZRS auf 144.486: Empfangspegel rund 3dBm höher

Mit der altbewährten Kontrolle meiner Anlage durch die Bake kann ich erkennen, dass ich gegenüber den letzten Pegelmessungen tatsächlich (in vertikaler Polarisation) rund 3dBm mehr Signal hereinbekomme. Mit horizontaler Polarisation sind es 16 dBm weniger. Scheinbar funktioniert der Umbau wie erwartet.

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Empfang einer 2m-Funkbake zur Kontrolle der EME-Anlage

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Schlechtwetter, und dennoch ein QSO mit KB8RQ

Nach einigen Versuchsreihen die Antennenumschaltung betreffend bleibe ich auf 144.127 längere Zeit auf Empfang,  laut http://www.livecq144.com ruft KB8RQ CQ. Und tatsächlich: Draußen regnet es, dicke Wolken hängen am Himmer, leichte Gewitteraktivität bringt zusätzliche Störungen – dennoch schält sich nach einiger Zeit Gary, KB8RQ, aus dem Rauschen heraus, mit bis zu -21dB laut WSJT.

Ich schaue mir die CQ-Rufe eine Zeit lang an, um die Stabilität der EME-Bedingungen beurteilen zu können, das Signal ändert sich eher langsam zwischen -21dB und -24dB. Ein Blick auf meinen Spickzettel wegen der richtigen EME-Sequenz (1st/2nd), Endstufe einschalten, warmlaufen lassen, Message TX1 in WSJT auswählen, Automatik-Modus einschalten – und auf gehts! Die alufende PA ein wenig nachstimmen, HF-Ansteuerleistung am IC-746pro und NF-Pegel am Microham-Interface etwas zurückfahren bis satte 400 Watt aus der PA herauskommen … und Gary hat mich beim ersten Anruf. Das Umschalten auf Message 3 gelingt blitzartig, und das QSO ist im Kasten. Anschließend ein „Danke!“ via Chat an Gary. Was ich dort inzwischen lese verblüfft mich wirklich: Gary gibt mir -17 dB! Das freut mich, das ist ja doch ein fettes Signal aus meiner kleinen Anlage.

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Ein Super-Report von Gary, KB8RQ mit -17dB

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Warum ich derart schlecht höre, muß ich noch rausfinden. Möglichkeiten sind: Störnebel aus dem eigenen Haus oder/und aus den benachbarten Häusern, Sonne zu nah am Mond, ein Problem mit der Antennen-Verkabelung oder dem Mast-Vorverstärker oder … was auch immer, es wird sich zeigen.

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Anlage mit schaltbare Antennenpolarisation in Betrieb – einen Tag nach dem DUBUS-Contest. So isses eben beim Mondfunken … oft geht´s einfach nicht. Gründe gibt´s dafür viele 😉

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Der Umbau auf die schaltbare Polarisation ist jedenfalls einmal gelungen. Vielleicht gelingt es mir irgendwann, beide Polarisationsebenen getrennten Empfängern zuzuführen. Dafür fehlen mir derzeit aber einige starke Koax-Relais und auch ein zweiter Mast-Vorverstärker.

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Kommentare»

1. joachim - 8. August 2011

wieder ein toller & interessanter bericht; wie sie alle sind auf dieser home page! tnx 73 de jo

2. chris - 17. August 2011

gratuliere zum geglückten umbau!
73 chris

3. DK9ZY - 21. April 2013

Was war die Störquelle(n)?
Habe selbst die Erfagrung gemacht, das es viel ruhiger geworden ist, nachdem die PC’s besser geworden sind.

73 DK9ZY

tomzurk - 23. April 2013

Lieber Wolf-Dietmar, es handelt sich immer wieder um den selben giftigen Mix, der einem das Funken verleiden könnte: Elektrosmog aus dem eigenen Haus und aus der Umgebung. Ich habe zur Trennung dieser beiden Problemfelder ein paar Messungen angestellt, siehe .
Im eigenen Haus hat der Einsatz ausschließlich geschirmter Patchkabel einiges gebracht. Der Harddisk-Rekorder im Wohnzimmer war auch eine erstaunliche Störungsschleuder. Ich habe an meinem Notebook einen Zusatzmonitor in Betrieb, jetzt ein 20″ LG L2000C. Der einzige Monitor (von vielen die ich probiert habe), der weitestgehend störungsarm läuft. Und in Summe hat das alles eine Absenkung des Störungspegels (so etwa um 4-6 dB) ergeben. Was schon recht viel ist. Wenn man sich allerdings das Azimuth/Elevations-Diragramm mit dem Störpegel ansieht … ich kenne jetzt die Mondpositionen, wo ein QSO-Versuch sinnvoll ist, und wo der Versuch sinnlos ist. Derzeit lerne ich Telegrafieren, daher bin ich nicht QRV auf dem Mond. Aber in ein paar Monaten – mit einigen neuen Ideen – geh´ ich´s wieder an.
73, Thomas

4. DK9ZY - 26. April 2013

Hallo Thomas,
bin wieder auf deinen informativen Seiten gelandet, weil ich gerade eine Idee brauche, wie ich die Frequenzstabilität des Transverters verbessern kann, da, wenn ich das Fenster zum Lüften öffne, das Signal bei JT65 bis 50Hz wegdriftet.

Aber zum CW-Lernen.
Warum willst du das machen?
CW ist anscheinend tot für EME, auch wenn es viel aufregender als JT65 war:
(Dafür habe ich, nach 10 Jahren Pause und CW, innerhalb weniger Tage in JT65 >120 neue Stationen gearbeitet.Das hätte „früher“ mehrere Jahre erfordert, was aber nict schlecht sein muss.)
Bei mir war immer das Problem, dass, wenn man nur CW für EME nutzt, man nicht genügend Übung hat und dadurch die Zeichen schlechter aus dem Rauschen rausfischen kann und so einige wertvolle „dB“ verliert.

Was die Rauschquellen angeht habe ich PC-mässig keine Probleme.
Der Desktop ist ein 3GHz Dell und der Monitor von EIZO.
Beides kommerzielle Produkte mit sehr guter EMC Schirmung.
Nur mein neues, chinesisches Aussenlicht, ein 20W LED Strahler mit Schaltnetzteil macht mir alles mit S4 dicht.
Die HF schaltet bei Dunkelheit den Bewegungsmelder ungewollt ein und damit ist auch der Strahler mit Störspektrum aktiv.
Bevor ich den entstöre, schalte ich ihn bei Betrieb aus.

Zum Orten von Störquellen nutze ich ein IC-202, SSB portabel Gerät.
Wenn man die Antenne 360° drehen kann, ohne deutliche Abschwächung, ist die Störquelle immer im Nahbereich, Bei dir jetzt nicht gerade, aber sonst meist unter der Antenne im eigenen Wohnraum.

CU sn,
DK9ZY


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